Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war bekannt, dass die Milchstraße ein riesiges Sternsystem ist. Unklar blieb jedoch, was die schwachen Spiralnebel waren: Objekte innerhalb unserer Galaxie oder weit entfernte „Inseluniversen“, die der Milchstraße selbst vergleichbar waren.
Die Frage war offen genug, dass sie 1920 in der sogenannten Great Debate zwischen Harlow Shapley und Heber Curtis öffentlich ausgetragen wurde. Shapleys stark vergrößerte Schätzung der Milchstraße erleichterte es, die Spiralnebel innerhalb dieses Systems unterzubringen; Curtis vertrat dagegen eine extragalaktische Deutung.
Entscheidend wurde schließlich nicht bloß ein schärferes Bild, sondern die Entfernungsmessung. Edwin Hubble identifizierte Cepheiden in der Andromeda-Nebelregion und nutzte deren Perioden-Leuchtkraft-Beziehung, um ihre Entfernung abzuschätzen. Sie lag weit außerhalb der damals bekannten Grenzen der Milchstraße.
Andromeda war damit keine nahe Wolke innerhalb unserer Galaxie, sondern eine eigene Galaxie. Vergleichbare Messungen erweiterten das bekannte Universum rasch von einem einzigen großen Sternsystem zu einem Kosmos voller Galaxien.
Die ältere Auffassung war vor den 1920er-Jahren nicht einstimmig. Sie war jedoch ein bedeutendes akzeptiertes Modell. Der wissenschaftliche Wandel kam, als aus verschwommenen Spiralobjekten messbar weit entfernte Systeme wurden.