Keine Tatsache mehr

Sterne haben ungefähr dieselbe elementare Zusammensetzung wie die Erde.

Was wir heute wissen

Gewöhnliche Sterne bestehen überwiegend aus Wasserstoff und Helium und nicht aus einer erdähnlichen Mischung schwerer Elemente. Eisen, Calcium, Sauerstoff und andere schwere Elemente kommen in wesentlich kleineren Anteilen vor; ihre Häufigkeit unterscheidet sich außerdem von Stern zu Stern.

Warum sich das änderte

Sternspektren zeigten starke Linien vieler auf der Erde bekannter Elemente und förderten die Annahme ähnlicher Mengenverhältnisse. Cecilia Payne zeigte 1925, dass Temperatur und Ionisation die Stärke dieser Linien stark beeinflussen, und enthüllte dadurch die weit größere Häufigkeit von Wasserstoff und Helium.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
≈40 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Spätes 19. Jahrhundert bis 1920er-Jahre
Ungefähr geändert
1925 bis 1929

Astronomen können die chemische Zusammensetzung eines Sterns untersuchen, indem sie sein Licht in ein Spektrum zerlegen.

Dunkle und helle Linien erscheinen bei bestimmten Wellenlängen, weil Atome und Ionen nur bestimmte Lichtenergien aufnehmen oder abgeben. Frühe Sternspektren zeigten erkennbare Linien von Eisen, Calcium, Natrium, Wasserstoff und vielen anderen Elementen, die auch auf der Erde vorkommen.

Es lag nahe anzunehmen, dass besonders starke Linien besonders häufige Elemente anzeigen und Sterne deshalb ungefähr dieselbe Stoffmischung wie die Erde besitzen.

Cecilia Payne zeigte, warum dieser Schluss nicht funktioniert.

In ihrer Dissertation von 1925 wandte sie die neue Physik der Ionisation auf Sternatmosphären an. Die Temperatur bestimmt, wie viele Elektronen ein Atom verloren hat und welche Energiezustände besetzt sind. Dadurch verändert sich wiederum stark, welche Spektrallinien kräftig oder schwach erscheinen.

Eine schwache Linie kann daher von einem sehr häufigen Element stammen, dessen Atome gerade im „falschen“ Zustand sind. Umgekehrt kann ein weniger häufiges Element eine auffällige Linie erzeugen, wenn die Bedingungen dafür günstig sind.

Unter Berücksichtigung von Temperatur und Ionisation erwiesen sich Wasserstoff und Helium als mit Abstand häufigste Bestandteile gewöhnlicher Sterne.

Schwere Elemente bleiben dennoch wissenschaftlich wichtig. Ihre geringeren Anteile unterscheiden sich zwischen Sternen und bewahren Informationen über frühere Generationen stellarer Entwicklung und Nukleosynthese. Geändert hat sich die Vorstellung, ein Sternspektrum lasse sich direkt wie eine Häufigkeitsliste mit erdähnlicher Zusammensetzung lesen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Primärforschung

  • Stellar AtmospheresHarvard College Observatory

    Paynes Dissertation von 1925 leitete die außergewöhnlich hohe Häufigkeit von Wasserstoff und Helium in Sternatmosphären her.

Historischer Kontext

Weitere Einträge

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