Aristoteles gab der Urzeugung einen systematischen Platz in seiner Biologie; sie war weit mehr als eine vage antike Intuition. In der Historia animalium beschrieb er einige Insekten, Schalentiere, Aale und Fische als aus Schlamm, Sand, verrottendem Material oder anderen Stoffen entstehend, ohne Eltern zu besitzen. In einer besonders deutlichen Passage argumentierte er, bestimmte Fische kämen „spontan ins Dasein“, statt aus Eiern oder Paarung hervorzugehen.
Damit war die Urzeugung Teil eines größeren Erklärungsmodells: Organismen konnten sich gewöhnlich fortpflanzen, manche Lebensformen sollten aber direkt aus geeigneter Materie entstehen. Aristoteles’ biologische und naturphilosophische Schriften wurden später außerordentlich einflussreich. Nachdem Übersetzungen seines Werks im mittelalterlichen Europa zirkulierten, wurde aristotelische Naturphilosophie zentral für die universitäre Lehre. So blieben antike Fragen und Erklärungsrahmen aktive Gegenstände der Wissenschaft statt bloße historische Kuriositäten.
Die Lehre wurde mehrfach eingeschränkt, bevor sie endgültig zusammenbrach. Francesco Redi stellte im 17. Jahrhundert die spontane Entstehung größerer Tiere infrage; im 18. Jahrhundert stritten Needham und Spallanzani über Mikroorganismen. Im 19. Jahrhundert verteidigte Félix Pouchet die Urzeugung weiterhin, während Louis Pasteur sie bekämpfte. Pasteurs Schwanenhalskolben halfen zu zeigen, dass sterilisierte Nährlösung steril blieb, solange luftgetragene Kontamination ausgeschlossen war.
Diese Geschichte betrifft das wiederholte Auftreten von Organismen unter gewöhnlichen heutigen Bedingungen. Sie beantwortet nicht die separate Frage nach dem Ursprung des Lebens und danach, wie die ersten selbstreplizierenden Systeme auf der frühen Erde entstanden.