Keine Tatsache mehr

Vegetationsbrände sind immer ökologische Katastrophen, und gesunde Landschaften sollten vor jedem Feuer geschützt werden.

Was wir heute wissen

Feuer kann zerstörerisch sein, besonders wenn es ungewöhnlich heftig ist oder Menschen bedroht. In vielen Wäldern, Grasländern, Buschlandschaften und Feuchtgebieten ist es aber auch ein wiederkehrender ökologischer Prozess. Zahlreiche Arten und Ökosysteme sind an bestimmte Feuerhäufigkeiten, Jahreszeiten und Intensitäten angepasst.

Warum sich das änderte

Im Landmanagement des 20. Jahrhunderts galt vollständige Brandunterdrückung oft als allgemeines Ziel. Untersuchungen historischer Feuerregime und Managementexperimente zeigten jedoch, dass Feuerausschluss in vielen angepassten Systemen Lebensräume veränderte, Regeneration unterbrach und Brennmaterial ansammelte. Behörden führten deshalb dort, wo es sinnvoll ist, kontrollierte Brände und das gezielte Zulassen natürlicher Feuer ein.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Ökologie
Akzeptiert für
≈80 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Spätes 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
1950er- bis 1970er-Jahre

Für Landmanager, die verbrannte Wälder, zerstörtes Nutzholz und bedrohte Siedlungen vor Augen hatten, wirkte Feuer selbstverständlich wie Schaden, den man verhindern sollte. In den USA wurde schnelle Brandbekämpfung im 20. Jahrhundert zunehmend zum politischen Leitbild. Damit verfestigte sich die Vorstellung, eine gesunde Landschaft sei eine Landschaft ohne Feuer.

Untersuchungen der Feuergeschichte zeigten jedoch einen anderen Ausgangszustand. Viele Wälder, Grasländer und Buschlandschaften hatten lange vor moderner Brandunterdrückung regelmäßig gebrannt – durch Blitzschlag ebenso wie durch gezieltes Brennen indigener Gemeinschaften. Pflanzen und Tiere dieser Systeme entwickelten sich unter charakteristischen Feuerregimen mit bestimmten Häufigkeiten, Jahreszeiten und Intensitäten.

Jahrzehntelanger Feuerausschluss veränderte manche Landschaften tiefgreifend. Schattenertragende Vegetation nahm zu, feuerabhängige Regeneration wurde unterbrochen und Brennmaterial sammelte sich an. Managementversuche zeigten, dass kontrollierte Brände ökologische Prozesse wiederherstellen und unter bestimmten Bedingungen auch die Wahrscheinlichkeit späterer besonders schwerer Brände verringern können.

Behörden gingen deshalb von universeller Unterdrückung zu einer Mischung aus kontrolliertem Brennen, gezielt zugelassenen natürlichen Feuern und Brandbekämpfung über – je nach Ökosystem und Gefahrenlage.

Das macht Feuer nicht grundsätzlich „gut“. Ein Brand kann ökologisch verheerend sein, besonders wenn Intensität oder Häufigkeit außerhalb des historischen Regimes liegen, und zum Schutz von Menschen kann Unterdrückung unabhängig vom ökologischen Nutzen notwendig sein. Korrigiert wird das Wort immer: In vielen Ökosystemen ist die vollständige Beseitigung von Feuer selbst ein erheblicher Eingriff.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • A Historical Perspective of FireU.S. National Park Service

    Dokumentiert die frühe Politik vollständiger Brandunterdrückung und die Untersuchungen, die später zu kontrollierten Bränden führten.

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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