Keine Tatsache mehr

Frühe Tetrapoden wuchsen langsam bis mäßig wie heutige Amphibien; schnelles Jugendwachstum entstand erst später bei den Amnioten.

Was wir heute wissen

Schnelles Jugendwachstum gab es bereits bei manchen Stammtetrapoden vor mehr als 320 Millionen Jahren. Frühe Tetrapoden nutzten vielfältigere Wachstumsstrategien, als das ältere amphibienähnliche Modell erkennen ließ.

Warum sich das änderte

Knochenhistologie junger Whatcheeria-deltae-Individuen zeigte fibrolamellären Knochen, ein Gewebe schnellen Wachstums. Bei erwachsenen Tieren war dieses frühe Signal durch starken Knochenumbau weitgehend verschwunden.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Evolution
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Spätes 20. Jahrhundert–2022
Ungefähr geändert
2022

Frühe Tetrapoden wurden häufig mit einer weitgehend amphibienähnlichen Lebensgeschichte rekonstruiert. Für ihre Vorfahren nahm man langsames bis mäßiges Wachstum an. Schnelleres Wachstum und die damit verbundenen höheren Stoffwechselraten galten eher als spätere Entwicklung der Amnioten.

Das Fossil Whatcheeria deltae passte nicht in dieses einfache Bild.

Whatcheeria lebte vor mehr als 320 Millionen Jahren und gehört zu den frühen Stammtetrapoden. 2022 untersuchten Forschende die mikroskopische Struktur von Oberschenkelknochen unterschiedlich großer Individuen. Bei den kleinsten Tieren fanden sie fibrolamellären Knochen, ein schnell gebildetes Gewebe, das mit raschem Jugendwachstum verbunden ist.

Dieses Signal war leicht zu übersehen, weil die Knochen während des weiteren Wachstums stark umgebaut wurden. Erwachsene Tiere sahen histologisch deshalb eher wie die langsam wachsenden Stammtetrapoden aus, die das ältere Bild geprägt hatten.

Der Befund bedeutet nicht, dass alle frühen Tetrapoden schnell wuchsen. Andere Arten zeigen weiterhin langsamere Muster. Er zeigt aber, dass schnelles Jugendwachstum schon früh zum biologischen Repertoire der Tetrapoden gehörte und nicht erst mit den Amnioten entstand.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

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