Keine Tatsache mehr

Zigarettenrauchen verursacht keinen Lungenkrebs.

Was wir heute wissen

Zigarettenrauchen ist die häufigste Ursache von Lungenkrebs. Das Risiko steigt mit der kumulativen Exposition und sinkt nach dem Aufhören; gestützt wird der Zusammenhang durch übereinstimmende epidemiologische, pathologische, toxikologische und molekulare Belege.

Warum sich das änderte

Als Lungenkrebs parallel zum Zigarettenkonsum zunahm, wurden frühe Studien als möglicherweise verzerrt oder lediglich korrelativ kritisiert. Große Fall-Kontroll- und Kohortenstudien fanden starke Dosis-Wirkungs-Beziehungen; spätere Forschung identifizierte Karzinogene und charakteristische DNA-Schäden durch Tabakrauch.

Status
Widerlegt
Kategorie
Öffentliche Gesundheit
Akzeptiert für
≈35 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Frühes bis mittleres 20. Jahrhundert
Ungefähr geändert
1950er-Jahre bis 1964

Lungenkrebs war zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergleichsweise selten. Mit dem starken Anstieg des Zigarettenkonsums stiegen jedoch auch die Fallzahlen – ein Zusammenhang, der zunächst mehrere Erklärungen zuließ.

Frühe epidemiologische Studien wurden deshalb mit berechtigter methodischer Vorsicht betrachtet. Eine Korrelation konnte durch Auswahlverzerrungen, Luftverschmutzung, berufliche Expositionen oder andere Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern entstehen.

Große Fall-Kontroll- und Kohortenstudien machten die Alternative zunehmend unplausibel. Raucher erkrankten wesentlich häufiger an Lungenkrebs, das Risiko stieg mit Dauer und Menge des Rauchens, und es sank nach dem Aufhören.

1964 kam der Bericht des US Surgeon General nach Auswertung von mehr als 7.000 wissenschaftlichen Publikationen zu dem Schluss, dass Zigarettenrauchen Lungenkrebs verursacht. Spätere Forschung identifizierte zahlreiche Karzinogene im Tabakrauch und zeigte charakteristische DNA-Schäden und Mutationsmuster.

Rauchen ist nicht die einzige Ursache von Lungenkrebs. Radon, Asbest, Luftverschmutzung, genetische Anfälligkeit und andere Faktoren tragen ebenfalls bei, und manche Betroffene haben nie geraucht.

Ein Teil der länger anhaltenden öffentlichen Unsicherheit beruhte auf normaler wissenschaftlicher Vorsicht. Nachdem die Belege stark geworden waren, trugen jedoch auch gezielte Bemühungen der Tabakindustrie dazu bei, Zweifel an der Kausalität aufrechtzuerhalten.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Primärforschung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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