Keine Tatsache mehr

Asbeststaub kann die Lunge reizen, verursacht aber keinen Krebs.

Was wir heute wissen

Eingeatmete Asbestfasern verursachen Mesotheliome und erhöhen das Risiko für Lungen-, Kehlkopf- und Eierstockkrebs. Sie verursachen außerdem Asbestose und weitere Erkrankungen des Brustfells.

Warum sich das änderte

Frühe arbeitsmedizinische Berichte konzentrierten sich auf Fibrose und behandelten Krebsfälle oft als Begleiterscheinung. Kohortenstudien stark exponierter Beschäftigter und die auffällige Verbindung zwischen Asbest und Mesotheliom belegten schließlich einen ursächlichen Zusammenhang.

Status
Widerlegt
Kategorie
Öffentliche Gesundheit
Akzeptiert für
≈50 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Frühes 20. Jahrhundert bis 1960er-Jahre
Ungefähr geändert
1950er- bis 1970er-Jahre

Frühe Arbeitsmedizin erkannte relativ schnell, dass starke Asbestexposition die Lunge vernarben kann. Diese Erkrankung, die Asbestose, war unmittelbar genug sichtbar, um als berufliches Risiko anerkannt zu werden.

Krebs war schwieriger zuzuordnen.

Ein wesentlicher Grund ist die lange Latenzzeit. Mesotheliome und Lungenkrebs können erst Jahrzehnte nach der entscheidenden Exposition auftreten, lange nachdem Beschäftigte den Arbeitsplatz gewechselt oder verlassen haben.

Mit größeren und länger beobachteten Beschäftigtenkohorten wurde das Muster jedoch deutlich. Stark exponierte Arbeiter entwickelten erheblich häufiger bestimmte Krebsarten, und die besonders auffällige Verbindung zwischen Asbest und Mesotheliom lieferte ein starkes Signal.

Die Evidenz etablierte Asbest schließlich sowohl als Ursache fibrotischer Lungenerkrankung als auch als menschliches Karzinogen.

Das Risiko hängt von Faserart, Dosis, Dauer und weiteren Faktoren ab. Rauchen verstärkt zusammen mit Asbest das Lungenkrebsrisiko erheblich.

Diese Wechselwirkung macht Asbest jedoch nicht harmlos, und Rauchen erklärt insbesondere nicht den Zusammenhang mit Mesotheliomen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Primärforschung

Aktuelle Evidenz

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