Keine Tatsache mehr

Tabakrauch schadet nur der Person, die selbst aktiv raucht.

Was wir heute wissen

Passivrauchen verursacht bei nicht rauchenden Erwachsenen Lungenkrebs, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall und führt bei Säuglingen und Kindern zu schweren Atemwegs- und Entwicklungsfolgen. Ein risikofreies Expositionsniveau wurde nicht festgestellt.

Warum sich das änderte

Die Gesundheitsforschung konzentrierte sich zunächst auf die wesentlich höheren Dosen aktiver Raucher, während man annahm, Lüftung und Verdünnung schützten Umstehende. Biomarkerstudien, Epidemiologie, Expositions-Wirkungs-Beziehungen und Untersuchungen rauchfreier Regelungen belegten Erkrankungen durch unfreiwillige Exposition.

Status
Widerlegt
Kategorie
Öffentliche Gesundheit
Akzeptiert für
≈36 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Mitte des 20. Jahrhunderts bis 1980er-Jahre
Ungefähr geändert
1980er- bis 2000er-Jahre

Als die Gefahren des aktiven Rauchens immer deutlicher wurden, lag der Schwerpunkt zunächst auf den wesentlich höheren Dosen, denen Raucher selbst ausgesetzt sind. Rauch, der sich in einem Raum verteilt, erschien im Vergleich stark verdünnt und daher leicht als bloße Belästigung statt als Gesundheitsrisiko.

Epidemiologische Studien fanden jedoch bei Nichtrauchenden erhöhte Krankheitsraten, wenn sie regelmäßig Tabakrauch anderer Menschen ausgesetzt waren. Besonders untersucht wurden Partner von Rauchern und Beschäftigte in stark verrauchten Innenräumen.

Biomarker bestätigten, dass Nichtrauchende tatsächlich Tabakbestandteile und deren Stoffwechselprodukte aufnehmen. Mit wachsender Datenbasis wurden kausale Zusammenhänge mit Lungenkrebs, koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall sowie wichtigen gesundheitlichen Folgen bei Säuglingen und Kindern festgestellt.

Die Dosis beim Passivrauchen ist gewöhnlich geringer als beim aktiven Rauchen. Die Risiken sind daher nicht einfach gleich groß. Eine niedrigere Dosis bedeutet aber nicht, dass das Risiko null ist.

Gewöhnliche Lüftung, Luftfilter oder getrennte Raucherbereiche beseitigen die Exposition in Innenräumen nicht zuverlässig. Rauchfreie Innenräume erwiesen sich als wesentlich wirksamer.

Die korrigierte Aussage lautet deshalb nicht, dass Passivrauchen genauso gefährlich wie aktives Rauchen sei. Sie lautet, dass unfreiwillig eingeatmeter Tabakrauch selbst gesundheitsschädlich ist und kein risikofreies Expositionsniveau nachgewiesen wurde.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Aktuelle Evidenz

Primärforschung

Weitere Einträge

Oder ganz woanders: