Durch ein Teleskop konnten Mondkrater durchaus wie vulkanische Formen wirken. Auf der Erde gibt es kreisförmige Calderas, und bei den dunklen Mondmeeren – den Maria – spielte Lava tatsächlich eine zentrale Rolle. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert konkurrierten daher vulkanische und Einschlagserklärungen ernsthaft miteinander.
Die Einschlagshypothese war zunächst schwer zu prüfen. Auf der Erde waren nur wenige große Einschlagkrater sicher erkannt, und die Physik von Kollisionen mit kosmischen Geschwindigkeiten war wenig vertraut. Mit Fortschritten in der Impaktforschung passten jedoch Kraterformen, Auswurfdecken und die enormen Energien schneller Projektile zunehmend besser zu einem Ursprung durch Einschläge.
Apollo lieferte schließlich physische Proben. Mondgesteine zeigten Schockmerkmale, die nur bei Drücken weit jenseits gewöhnlicher vulkanischer Prozesse entstehen. Damit gab es direkten materiellen Beleg dafür, dass gewaltsame Einschläge die stark verkraterte Oberfläche geprägt hatten.
Das bedeutet nicht, dass der Mond nie vulkanisch aktiv war. Gewaltige basaltische Lavaströme füllten alte große Einschlagsbecken und schufen die von der Erde sichtbaren Maria; einzelne kleinere Vertiefungen können ebenfalls vulkanischen Ursprungs sein.
Überholt ist die Aussage über die vorherrschende Kraterpopulation. Die meisten gewöhnlichen Mondkrater sind Narben von Asteroiden- und Kometeneinschlägen, während Vulkanismus andere Teile der Landschaft formte und überprägte.