Keine Tatsache mehr

Gewitter und Blitze entstehen durch die Entzündung oder Explosion schwefelhaltiger, salpetriger oder anderer brennbarer Dämpfe in der Atmosphäre.

Was wir heute wissen

Blitze sind große elektrische Entladungen, die entstehen, wenn Ladungstrennung ausreichend starke elektrische Felder innerhalb von Gewittern oder zwischen Wolken und Boden erzeugt. Donner ist die akustische Stoßwelle, die durch die schnelle Erwärmung und Ausdehnung entlang des Blitzkanals entsteht.

Warum sich das änderte

Elektrizitätsexperimente Mitte des 18. Jahrhunderts zeigten einen engen Zusammenhang zwischen elektrischen Erscheinungen im Labor und Blitzen. Franklins Arbeiten und spätere Experimente mit Blitzableitern trugen dazu bei, Gewittertheorien von chemischer Verbrennung hin zu atmosphärischer Elektrizität zu verschieben.

Status
Abgelöst
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈52 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Einflussreiche physikalische und chemische Theorien des frühen 18. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
Mitte des 18. Jahrhunderts

Blitze gehörten einst ebenso selbstverständlich zur Chemie, wie sie heute zur Elektrizitätslehre gehören.

An ältere Traditionen anknüpfend stellten sich viele Gelehrte des 18. Jahrhunderts vor, dass sich in der Atmosphäre brennbare schwefelhaltige und salpetrige Dämpfe ansammelten. Ihre spontane Entzündung oder explosive Reaktion konnte Blitze, Donner, Hitze und den mit Gewittern verbundenen Geruch erklären. Ähnliche unterirdische Dämpfe wurden für Erdbeben und Vulkane verantwortlich gemacht, sodass mehrere gewaltsame Naturphänomene in einem gemeinsamen chemischen Rahmen zusammenliefen.

Innerhalb der damaligen Chemie war die Theorie keineswegs offensichtlich absurd. Schwefel brennt tatsächlich heftig. Brennbare Dämpfe existieren. Und elektrische Erscheinungen selbst waren nur unzureichend verstanden und wurden teilweise mit Begriffen beschrieben, die an Feuer oder Schwefel erinnerten.

Experimente ordneten das Problem schrittweise neu. Benjamin Franklin schlug vor, dass Blitze elektrischer Natur seien, und entwickelte Versuche mit spitzen Leitern, isolierten Stäben und später dem berühmten Drachenexperiment. Ähnliche Experimente in Europa zogen Funken aus Gewitterwolken. Blitzableiter lieferten eine praktische Konsequenz: Wenn sich Blitze wie Elektrizität verhielten, ließ sich Ladung auffangen und ableiten.

Die alte chemische Theorie verschwand nicht sofort. Einige Gelehrte versuchten, Verbrennung und Elektrizität miteinander zu verbinden, doch atmosphärische Elektrizität wurde zum vorherrschenden Erklärungsrahmen.

Auch die moderne Blitzforschung untersucht noch eine überraschend schwierige Frage: wie genau die elektrischen Felder eines Gewitters einen Blitzkanal initiieren. Der Mechanismus ist elektrisch und keine Entzündung schwefelhaltiger Dämpfe.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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