Keine Tatsache mehr
Gliazellen sind lediglich passiver „Klebstoff“ und Stützgewebe für die Neuronen, die sämtliche bedeutsame Verarbeitung im Nervensystem übernehmen.
Was wir heute wissen
Gliazellen tun weit mehr, als Nervenzellen an ihrem Platz zu halten. Verschiedene Gliazelltypen isolieren Nervenfasern, regulieren die chemische Umgebung von Neuronen, liefern Stoffwechselunterstützung, beeinflussen Synapsen und lokale Durchblutung, steuern Entwicklungsvorgänge und übernehmen Immunfunktionen im Nervensystem.
Warum sich das änderte
Neuronen erzeugten auffällige elektrische Signale, während die umgebenden Gliazellen vor allem strukturell wirkten; deshalb war die alte Vorstellung vom „Nervenkleber“ plausibel. Bessere Messungen, Mikroskopie, molekulare Methoden und genetische Experimente zeigten später, dass Gliazellen auf neuronale Aktivität reagieren und im Nervengewebe unverzichtbare Aufgaben erfüllen.
- Status
- Widerlegt
- Kategorie
- Neurowissenschaften
- Akzeptiert für
- ≈115 Jahre
- Ungefähr akzeptiert
- Mitte des 19. bis spätes 20. Jahrhundert
- Ungefähr geändert
- 1960er-Jahre bis heute