Keine Tatsache mehr

Das Magnetfeld der Erde hat immer ungefähr in dieselbe Richtung gezeigt.

Was wir heute wissen

Das Erdmagnetfeld hat seine Polarität viele Male umgekehrt. Gesteine bewahren Zeitabschnitte, in denen magnetischer Nord- und Südpol gegenüber ihrer heutigen Orientierung vertauscht waren.

Warum sich das änderte

Forschende fanden Gesteine, deren Magnetisierung sich nicht allein mit dem heutigen Feld erklären ließ. Paläomagnetische Datierung und symmetrische magnetische Streifen am Meeresboden etablierten eine wiederkehrende Geschichte von Polaritätsumkehrungen.

Status
Widerlegt
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈100 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Vor der Mitte des 20. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
1920er- bis 1960er-Jahre
Dreiteiliges Diagramm zur Ozeanbodenspreizung und zu magnetischen Umpolungen. Am mittelozeanischen Rücken entsteht neue ozeanische Kruste und bewegt sich im Lauf der Zeit nach außen; dabei bleiben abwechselnde Streifen normaler und umgekehrter magnetischer Polarität auf beiden Seiten annähernd symmetrisch erhalten.

Ein theoretisches Modell der Entstehung magnetischer Streifen im Lauf der Zeit. Während am mittelozeanischen Rücken neue ozeanische Kruste entsteht und nach außen wandert, bleiben aufeinanderfolgende Umpolungen des Erdmagnetfelds als abwechselnde, annähernd symmetrische Streifen normaler und umgekehrter Polarität erhalten.

U.S. Geological Survey; SVG derivative by Chmee2Wikimedia Commons: Quelle öffnen ↗Gemeinfrei

Wenn eisenhaltige Lava abkühlt, können magnetische Minerale die Richtung des damaligen Erdmagnetfelds gewissermaßen einfrieren. Frühe Messungen lieferten ein Rätsel: Manche alten Gesteine waren in Richtungen magnetisiert, die stark vom heutigen Feld abwichen. Dafür kamen zunächst mehrere Erklärungen infrage – unter anderem spätere Bewegung oder Rotation der Gesteine selbst.

Mit zunehmenden paläomagnetischen Daten ließ sich umgekehrte Polarität jedoch nicht länger als lokale Besonderheit abtun. Aufeinanderfolgende Lavaflüsse bewahrten abwechselnde Zeitabschnitte, in denen das globale Magnetfeld ungefähr wie heute orientiert war, und Phasen, in denen magnetischer Nord- und Südpol vertauscht waren.

Das entscheidende Muster fand sich schließlich am Meeresboden. Messungen zeigten parallele Streifen normaler und umgekehrter Magnetisierung, symmetrisch auf beiden Seiten mittelozeanischer Rücken angeordnet. Zusammen mit radiometrischer Datierung wurden diese Streifen sowohl zu einem Archiv wiederholter geomagnetischer Umpolungen als auch zu einem starken Beleg für die Spreizung des Meeresbodens.

Eine Umpolung ist kein augenblicklicher Tausch der Pole. Der Übergang verläuft gewöhnlich über Hunderte bis Tausende Jahre und unterscheidet sich von der allmählichen Wanderung der magnetischen Pole, die von Jahr zu Jahr beobachtet wird.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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