Keine Tatsache mehr

Das Aussterben der Nichtvogel-Dinosaurier verlief allmählich und hatte keine bedeutende Asteroidenursache.

Was wir heute wissen

Vor etwa 66 Millionen Jahren schlug bei Chicxulub ein großer Asteroid ein und löste schwere globale Umweltveränderungen aus. Dieser Einschlag war die Hauptursache des Massenaussterbens am Ende der Kreidezeit.

Warum sich das änderte

Eine weltweit verbreitete iridiumreiche Grenzschicht, geschockte Minerale, glasige Ejekta, Tsunamiablagerungen und die Entdeckung des Chicxulub-Kraters verbanden die Aussterbegrenze mit einem gewaltigen Einschlag.

Status
Abgelöst
Kategorie
Paläontologie
Akzeptiert für
≈55 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Große Teile des 20. Jahrhunderts vor 1980
Ungefähr geändert
1980er- bis 2010er-Jahre

Über weite Teile des 20. Jahrhunderts wurde das Aussterben der Dinosaurier häufig als vergleichsweise schleichender Prozess erklärt – etwa durch Klimaänderungen, Meeresspiegelschwankungen, Konkurrenz oder Vulkanismus. Katastrophale extraterrestrische Erklärungen existierten zwar, gehörten aber nicht zum Standardbild.

1980 berichteten Luis und Walter Alvarez sowie Kollegen über eine außergewöhnlich hohe Iridiumkonzentration in jener dünnen Gesteinsschicht, die das Ende der Kreidezeit markiert. Iridium ist in der Erdkruste selten, in Meteoriten aber vergleichsweise häufig. Die Forscher schlugen deshalb vor, ein gewaltiger Einschlag habe Staub und Trümmer in die Atmosphäre geschleudert und damit das Massenaussterben ausgelöst.

Die Hypothese stieß zunächst auf erheblichen Widerstand. In den folgenden Jahrzehnten fanden Geologen jedoch geschockte Minerale, glasige Ejekta und Tsunamiablagerungen an derselben Grenze. Die Entdeckung des riesigen, unter Sedimenten verborgenen Chicxulub-Kraters in Mexiko lieferte schließlich den dazu passenden Einschlagsort; immer genauere Datierungen verbanden ihn eng mit dem Aussterben vor 66 Millionen Jahren.

Auch der Vulkanismus der Dekkan-Trapps fand rund um diese Grenze statt und bleibt wichtig für die Erforschung damaliger Umweltbelastungen. Überholt ist nicht die Idee, dass Vulkanismus keinerlei Rolle spielte, sondern die Vorstellung, das kreidezeitliche Massenaussterben lasse sich ohne den katastrophalen Chicxulub-Einschlag erklären.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

  • What killed the dinosaurs?U.S. Geological Survey

    Dokumentiert die ernsthafte wissenschaftliche Debatte um 1990 zwischen Einschlag- und lang anhaltenden Vulkanismus-Erklärungen.

Primärforschung

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