Keine Tatsache mehr

Himmelskörper bestehen aus einem besonderen unvergänglichen Stoff, dem Äther oder der Quintessenz, und nicht aus derselben Materie wie die Erde.

Was wir heute wissen

Sonne, Sterne, Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen bestehen aus denselben chemischen Elementen und folgen denselben grundlegenden physikalischen Gesetzen wie Materie auf der Erde, auch wenn Zusammensetzung und physikalischer Zustand unterschiedlich sein können.

Warum sich das änderte

Frühneuzeitliche Astronomie und Mechanik schwächten die scharfe physikalische Grenze zwischen Himmel und Erde. Die Spektroskopie zeigte später direkt, dass Himmelskörper vertraute chemische Elemente enthalten.

Status
Abgelöst
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Aristotelische Kosmologie vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zur Renaissance
Ungefähr geändert
17. bis 19. Jahrhundert

Äther war nicht nur ein geheimnisvoller zusätzlicher Stoff. Er löste ein grundlegendes Problem der aristotelischen Physik.

Irdische Materie bestand aus Erde, Wasser, Luft und Feuer. Diese Elemente hatten natürliche Orte, konnten sich ineinander umwandeln und gehörten zu einer Welt von Entstehung und Zerfall. Der Himmel dagegen schien sich endlos in vollkommenen Kreisen zu bewegen, ohne sich abzunutzen. Aristoteles ordnete ihm deshalb eine andere Materie zu: den Äther, dessen natürliche Bewegung die ewige Kreisbewegung war.

So entstand gewissermaßen ein Universum aus zwei Arten von Materie. Gesteine, Ozeane, Flammen und Körper gehörten zu einer Natur; Sterne und Planeten zu einer anderen.

Diese Trennung verlor an Überzeugungskraft, als die frühneuzeitliche Astronomie Himmelskörper zunehmend als physische Objekte behandelte und nicht mehr als eigene ontologische Klasse. Besonders wichtig war Newtons Mechanik, weil dieselbe Gravitation sowohl einen fallenden Körper auf der Erde als auch die Bahn des Mondes beschreiben konnte. Im 19. Jahrhundert lieferte die Spektroskopie schließlich einen direkten chemischen Test: Sternspektren zeigen vertraute Elemente wie Wasserstoff, Helium, Natrium, Kalzium und Eisen.

Es gibt kein einzelnes sauberes Datum, an dem „Äther“ als akzeptierte Himmelsmaterie verschwand. Deshalb eignet sich diese Karte nicht für präzise Lebensdauerstatistiken. Verändert hat sich vielmehr über Jahrhunderte die Vorstellung, dass himmlische Materie grundsätzlich einer anderen Kategorie angehört.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Natural Philosophy in the RenaissanceStanford Encyclopedia of Philosophy

    Beschreibt den aristotelischen Himmel als vollkommen, unveränderlich und aus dem einzelnen Element Äther zusammengesetzt.

Historischer Kontext

  • Newton's PrincipiaThe Newton Project, University of Oxford

    Steht für die frühneuzeitliche Vereinheitlichung irdischer und himmlischer Mechanik unter gemeinsamen mathematischen Gesetzen.

Aktuelle Evidenz

  • Composition of StarsNASA Goddard Space Flight Center

    Zeigt, wie Sternspektren vertraute chemische Elemente in Sternen nachweisen.

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