Diese Geschichte enthält einen besonders anschaulichen wissenschaftlichen Umweg.
Schon vor Aristoteles hatten einige griechische Denker Erklärungen vorgeschlagen, die die Milchstraße mit Sternen verbanden. In der Meteorologie bespricht Aristoteles konkurrierende Vorstellungen und verwirft ausdrücklich den Vorschlag, ihr Licht stamme von zahllosen Sternen, die für das bloße Auge nicht einzeln wahrnehmbar seien.
Stattdessen ordnete er die Milchstraße in sein eigenes physikalisches System ein. Die Bewegung des Himmels, so argumentierte er, rege fortwährend brennbares Material in der oberen irdischen Region an. Die Milchstraße sei daher eine beständige „Franse“ entlang des großen Kreises, in dem die Sterne am dichtesten stehen, und innerhalb seines Systems ein meteorologisches Phänomen.
Diese Erklärung hatte einen Vorteil: Sie verband die Milchstraße mit Aristoteles’ umfassenderen Vorstellungen über Kometen, Meteore, Luft und Feuer sowie mit seiner Trennung zwischen der veränderlichen irdischen Welt und dem ewigen Himmel.
Das Teleskop veränderte, was beobachtet werden konnte. Galileo berichtete 1610, dass sich der weißliche Schein der Milchstraße in eine gewaltige Menge von Sternen auflöste, die zu lichtschwach waren, um mit bloßem Auge einzeln erkannt zu werden. Die moderne Astronomie geht weit darüber hinaus: Die Milchstraße ist eine etwa 100.000 Lichtjahre große Galaxie mit Hunderten Milliarden Sternen.
Bemerkenswert ist, dass eine ältere stellare Idee bereits existierte, von einem einflussreicheren System verworfen wurde und später in einer wesentlich reicheren, durch Beobachtungen gestützten Form zurückkehrte.