Der Begriff Atom geht auf die antike Vorstellung eines Stoffbausteins zurück, der nicht weiter geteilt werden kann. Dieser antike Atomismus war jedoch vor allem philosophisch und noch kein experimentell bestätigtes Materiemodell.
Im 19. Jahrhundert wurden Atome zu äußerst erfolgreichen wissenschaftlichen Einheiten. Daltons Chemie erklärte feste Zahlenverhältnisse in Verbindungen dadurch, dass jedes Element aus charakteristischen, unteilbaren Atomen bestehe. Für chemische Reaktionen funktionierte dieses Modell bemerkenswert gut.
Gegen Ende des Jahrhunderts begannen Experimente das Atom zu öffnen.
J. J. Thomsons Arbeiten mit Kathodenstrahlen identifizierten das Elektron, einen negativ geladenen Bestandteil, der viel kleiner als ein Atom ist. Rutherfords Streuexperimente zeigten anschließend, dass fast die gesamte Masse und positive Ladung in einem winzigen Atomkern konzentriert ist.
Auch der Kern erwies sich als strukturiert: Protonen und Chadwicks 1932 entdeckte Neutronen bilden gewöhnliche Kerne. Spätere Teilchenphysik zeigte wiederum, dass Protonen und Neutronen aus Quarks und Gluonen bestehen.
Atome bleiben für die Chemie fundamental, weil sie die kleinsten gewöhnlichen Einheiten sind, die die chemische Identität eines Elements bewahren.
Die Korrektur ist daher physikalisch, nicht chemisch: Atome sind außerordentlich nützliche Bausteine der Materie, aber sie sind nicht unteilbar.