Keine Tatsache mehr

Viren sind immer viel kleiner und genetisch einfacher als Bakterien.

Was wir heute wissen

Einige Riesenviren besitzen Partikel, die so groß wie kleine Bakterien sind, sowie Genome mit mehr als einer Million Basenpaaren und Hunderten von Genen.

Warum sich das änderte

Viren wurden historisch teilweise durch ihre Fähigkeit definiert, Filter zu passieren, die Bakterien zurückhielten, sowie durch ihre submikroskopische Größe. Mimivirus wurde zunächst für ein Bakterium gehalten, bevor genetische Analysen zeigten, dass es ein enorm großes Virus ist.

Status
Widerlegt
Kategorie
Virologie
Akzeptiert für
≈118 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Spätes 19. Jahrhundert bis frühe 2000er-Jahre
Ungefähr geändert
Ab 2003

Die ersten Viren wurden unter anderem dadurch definiert, dass ihre infektiösen Partikel Filter passieren konnten, die bekannte Bakterien zurückhielten. Winzige Größe wurde dadurch fast zu einem begrifflichen Merkmal von Viren.

Diese Erwartung beeinflusste auch, wonach Forschende suchten.

Mimivirus war so groß, dass es nach seiner Entdeckung in Amöben zunächst für ein Bakterium gehalten wurde. Erst genetische Analysen zeigten, dass es sich um ein außergewöhnlich großes Virus handelt.

Weitere Riesenviren folgten. Einige besitzen Partikel in der Größenordnung kleiner Bakterien und Genome mit mehr als einer Million Basenpaaren und Hunderten von Genen.

Das hebt den grundlegenden Unterschied zwischen Viren und Zellen nicht auf. Riesenviren sind weiterhin auf Wirtszellen für ihre Vermehrung angewiesen und besitzen nicht die vollständige autonome Maschinerie zellulärer Organismen.

Auch die große Mehrheit der Viren bleibt wesentlich kleiner als Bakterien.

Verschwunden ist die universelle Größengrenze. Partikelgröße und Genomgröße überlappen genug, dass „kleiner als Bakterien“ keine verlässliche Definition eines Virus mehr ist.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

  • Discovery of the Giant MimivirusNature Education

    Beschreibt, wie Mimivirus wegen seiner ungewöhnlichen Größe und seines Färbeverhaltens zunächst für ein Bakterium gehalten wurde.

Aktuelle Evidenz

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