Keine Tatsache mehr

Zwei Stoffe mit derselben Summenformel müssen dieselbe Verbindung sein.

Was wir heute wissen

Verschiedene Verbindungen können dieselbe Summenformel besitzen, sich aber in der Verknüpfung ihrer Atome oder ihrer dreidimensionalen Anordnung unterscheiden. Solche Isomere können sehr unterschiedliche physikalische, chemische und biologische Eigenschaften haben.

Warum sich das änderte

Die Analyse der Zusammensetzung begünstigte zunächst die Vorstellung, eine Verbindung lasse sich durch die Mengenverhältnisse ihrer Elemente eindeutig bestimmen. Entdeckungen wie Silbercyanat und Silberfulminat zeigten dieselbe Zusammensetzung bei stark unterschiedlichen Eigenschaften und führten Berzelius zur Einführung des Konzepts der Isomerie.

Status
Widerlegt
Kategorie
Chemie
Akzeptiert für
≈43 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Spätes 18. Jahrhundert bis 1820er-Jahre
Ungefähr geändert
1820er- bis 1830er-Jahre

Isomere sind Verbindungen aus denselben Arten und Anzahlen von Atomen, deren Atome jedoch anders miteinander verknüpft oder im Raum anders angeordnet sind. Eine Summenformel schränkt die möglichen Stoffe daher stark ein, legt aber nicht automatisch eine einzige Struktur fest.

Die Entdeckung der Isomerie war ein entscheidender Schritt zur Strukturchemie: Es reicht nicht zu wissen, welche Atome vorhanden sind; auch ihre Bindungen und räumliche Anordnung sind wichtig.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Aktuelle Evidenz

  • IsomerInternational Union of Pure and Applied Chemistry

    Definiert Isomere als Spezies mit derselben Summenformel, aber unterschiedlicher Struktur und unterschiedlichen Eigenschaften.

  • A Review of IsomerismOpenStax

    Erklärt Konstitutions- und Stereoisomerie.

Historischer Kontext

  • IsomerismEncyclopædia Britannica

    Gibt einen Überblick über die frühen Entdeckungen, die Chemiker zwangen, zwischen Zusammensetzung und Struktur zu unterscheiden.

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