Keine Tatsache mehr

Radioaktivität ist ausschließlich eine natürliche Eigenschaft und kann nicht künstlich erzeugt werden.

Was wir heute wissen

Kernreaktionen können instabile Isotope erzeugen, die auch nach dem Ende der Bestrahlung radioaktiv bleiben. Künstliche Radionuklide werden heute für Forschung, Medizin, Industrie und Energieanwendungen hergestellt.

Warum sich das änderte

Nach der Entdeckung der Radioaktivität wurde sie mit einer begrenzten Zahl natürlich instabiler Elemente und Isotope verbunden. 1934 beschossen Irène Joliot-Curie und Frédéric Joliot leichte Elemente und erzeugten neue radioaktive Isotope, deren Strahlung nach Entfernung der Quelle weiter anhielt.

Status
Widerlegt
Kategorie
Physik
Akzeptiert für
≈38 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1896 bis 1934
Ungefähr geändert
1934 bis 1935

Die ersten radioaktiven Stoffe wurden in der Natur entdeckt. Uran, Radium und verwandte Materialien sendeten scheinbar spontan Strahlung aus. Radioaktivität wirkte daher zunächst wie eine besondere Eigenschaft einer begrenzten Gruppe natürlich instabiler Stoffe.

1934 beschossen Irène Joliot-Curie und Frédéric Joliot leichte Elemente mit Alphateilchen. Das überraschende Ergebnis zeigte sich, nachdem die externe Strahlungsquelle bereits entfernt worden war: Das bestrahlte Material strahlte weiter.

Bei der Bestrahlung waren neue, instabile Atomkerne entstanden, die zuvor in der Probe nicht vorhanden gewesen waren. Radioaktivität war künstlich erzeugt worden.

Diese Entdeckung erweiterte die Kernphysik grundlegend. Künstliche Radionuklide konnten nun gezielt hergestellt und als Tracer in Chemie und Biologie, für medizinische Diagnostik und Therapie sowie später für zahlreiche technische Anwendungen eingesetzt werden.

„Künstliche Radioaktivität“ bedeutet allerdings nicht, dass sich jedes beliebige Objekt durch irgendeine Bestrahlung dauerhaft radioaktiv machen lässt. Ob Aktivierung auftritt, hängt vom Zielkern, der Kernreaktion, der Energie der einfallenden Teilchen und der Halbwertszeit des erzeugten Isotops ab.

Die entscheidende Korrektur war konzeptionell: Radioaktivität war nicht auf eine feste Liste von Stoffen beschränkt, die die Natur bereitgestellt hatte. Instabile Kerne lassen sich erzeugen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Primärforschung

Aktuelle Evidenz

Frühere Auffassung

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