Keine Tatsache mehr

Der Mond ist vollkommen trocken.

Was wir heute wissen

Der Mond ist im Vergleich zur Erde extrem trocken, aber nicht völlig wasserfrei. Kleine Mengen Wasser und Hydroxyl sind in Mondmineralen und vulkanischem Glas gebunden; in dauerhaft verschatteten Regionen nahe den Polen kommt außerdem Wassereis vor.

Warum sich das änderte

Apollo-Proben zeigten zunächst kein überzeugendes ursprüngliches Mondwasser, und winzige Spuren ließen sich nur schwer von irdischer Verunreinigung unterscheiden. Empfindlichere Laboranalysen fanden später Wasser in Mondmaterialien, während Raumsonden Wasserstoff, Wasser oder Hydroxyl an der Oberfläche und Eis in besonders kalten Polarregionen nachwiesen.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
≈39 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Apollo-Ära bis späte 1990er-Jahre
Ungefähr geändert
1990er- bis 2010er-Jahre

Die Apollo-Missionen brachten Gestein von einer Landschaft zurück, die vollkommen trocken wirkte. Frühe Laboruntersuchungen fanden kein überzeugendes Reservoir ursprünglichen Mondwassers, und winzige Spuren konnten leicht als Verunreinigung nach der Rückkehr zur Erde gedeutet werden.

Über Jahrzehnte wurde der Mond deshalb als im Wesentlichen oder vollständig trocken beschrieben.

Empfindlichere Instrumente änderten dieses Bild.

Bei erneuten Analysen von Apollo-Proben fanden Forschende kleine Mengen Wasser in vulkanischen Glasperlen und Mineralen. Weil dieses Wasser im Mondmaterial eingeschlossen war, zeigte es, dass zumindest ein Teil bereits im Mondinneren vorhanden gewesen war und nicht erst als irdische Verunreinigung hinzukam.

Raumsonden lieferten weitere Belege an der Oberfläche. Instrumente fanden Wasserstoff in der Nähe der Pole sowie spektrale Signaturen von Wasser oder Hydroxyl in anderen Regionen. Hydroxyl ist eine chemische Gruppe aus einem Sauerstoff- und einem Wasserstoffatom; sie ist mit Wasser verwandt, aber nicht dasselbe Molekül.

Die größten Wasserkonzentrationen liegen in dauerhaft verschatteten Kratern nahe den Polen. Manche dieser extrem kalten Bereiche erhalten nie direktes Sonnenlicht, sodass Wassereis dort sehr lange erhalten bleiben kann.

Die Korrektur sollte nicht übertrieben werden. Der Mond besitzt keine Ozeane, Seen oder weit verbreitetes flüssiges Wasser und bleibt im Vergleich zur Erde außerordentlich trocken. Das meiste Mondwasser kommt nur in winzigen Mengen vor, ist chemisch in Material gebunden oder als Eis in Kältefallen gespeichert.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

  • Moon Water and IcesNASA

    Erklärt, dass Ergebnisse aus Apollo-Proben Wissenschaftler zu dem Schluss führten, die Mondoberfläche sei vollkommen trocken, und zeichnet die späteren Entdeckungen nach.

Aktuelle Evidenz

  • Moon FactsNASA

    Fasst Entdeckungen von Wasser, Hydroxyl und konzentriertem Eis in dauerhaft verschatteten Polarregionen zusammen.

  • There's Water on the Moon?NASA

    Beschreibt Wassermoleküle in Mondgläsern und -mineralen und betont, dass der Mond insgesamt weiterhin sehr trocken ist.

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