Keine Tatsache mehr

Der Himmel oberhalb des Mondes ist ewig, unveränderlich und kann keine echten physikalischen Veränderungen durchlaufen.

Was wir heute wissen

Himmelskörper entstehen, entwickeln sich, brechen aus, kollidieren und vergehen. Sterne verändern sich im Lauf der Zeit, die Sonne zeigt aktive Oberflächenphänomene, Kometen bewegen sich durch den Planetenraum und im ganzen Universum treten vorübergehende Ereignisse auf.

Warum sich das änderte

Die Nova von 1572 und der große Komet von 1577 brachten auffällige Veränderungen in eine angeblich unveränderliche Himmelswelt. Teleskopische Beobachtungen lieferten kurz darauf mit Sonnenflecken, Mondbergen und weiteren Befunden zusätzliche Gegenargumente gegen die scharfe Trennung zwischen perfektem Himmel und veränderlicher Erde.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
≈1 922 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Aristotelische Naturphilosophie vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zur Renaissance
Ungefähr geändert
1572 bis frühes 17. Jahrhundert

Aristoteles teilte den Kosmos in zwei physikalisch verschiedene Bereiche. Unterhalb des Mondes war gewöhnliche Materie Entstehung, Vergehen und geradliniger Bewegung unterworfen. Oberhalb des Mondes galt der Himmel als vollkommen und ewig und bestand aus einem anderen Stoff, dessen natürliche Bewegung gleichförmig und kreisförmig sein sollte.

Diese Trennung wurde zu einer der ordnenden Ideen späterer aristotelischer Naturphilosophie. Es ging um die Frage, welche Arten von Veränderung in verschiedenen Regionen des Universums überhaupt physikalisch möglich seien — weit mehr als nur um die Beobachtung, dass Sterne stabil aussahen.

Dann lieferte der Himmel unbequeme Belege. 1572 erschien ein heller „neuer Stern“. Tycho Brahes Messungen fanden keine tägliche Parallaxe, die groß genug gewesen wäre, um ihn in der Atmosphäre zu verorten; er gehörte in die Sternensphäre. 1577 zeigte auch ein großer Komet zu wenig Parallaxe für ein atmosphärisches Objekt und musste Regionen durchqueren, in denen verschachtelte Himmelssphären angenommen worden waren.

Das Teleskop verschärfte das Problem: Berge und Krater machten den angeblich perfekten Mond uneben, während Sonnenflecken sich über die Oberfläche der Sonne bewegten. Der Himmel war zu einem physikalischen Ort geworden, an dem tatsächlich Dinge geschehen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Natural Philosophy in the RenaissanceStanford Encyclopedia of Philosophy

    Beschreibt die aristotelische Trennung zwischen einer veränderlichen sublunaren Vier-Elemente-Welt und einem unveränderlichen, aus Äther bestehenden Himmel.

Historischer Kontext

  • Natural Philosophy in the RenaissanceStanford Encyclopedia of Philosophy

    Erklärt, wie Beobachtungen und Kosmologien der Renaissance das alte aristotelische Himmelsmodell herausforderten.

Aktuelle Evidenz

  • StarsNASA Science

    Die moderne Sternastronomie behandelt Sterne als sich entwickelnde physikalische Objekte mit Lebenszyklen statt als unveränderliche Lichter.

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