Keine Tatsache mehr

DDT ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung ökologisch harmlos.

Was wir heute wissen

DDT ist langlebig und fettlöslich. Deshalb kann es sich in einzelnen Organismen anreichern und entlang einer Nahrungskette immer höhere Konzentrationen erreichen. Eines seiner Abbauprodukte, DDE, kann bei empfindlichen Vogelarten die Eierschalen verdünnen und den Fortpflanzungserfolg verringern.

Warum sich das änderte

DDT war äußerst wirksam gegen Insekten und für Menschen vergleichsweise wenig akut giftig, was Vertrauen in einen breiten Einsatz förderte. Später wurden langlebige Rückstände in Wildtieren und Nahrungsketten gemessen; Fütterungsstudien und Populationsdaten verbanden DDE zudem mit Eierschalenverdünnung und Fortpflanzungsproblemen bei mehreren Vogelarten.

Status
Widerlegt
Kategorie
Umweltwissenschaften
Akzeptiert für
≈17 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1940er- bis 1960er-Jahre
Ungefähr geändert
1950er- bis 1970er-Jahre

DDT hatte echte Vorteile. Es wirkte sehr gut gegen Mücken, Läuse und landwirtschaftliche Schädlinge, half bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria und Fleckfieber und war für Menschen weniger akut giftig als viele ältere Insektizide.

Diese Vorteile machten den massenhaften Einsatz nach dem Zweiten Weltkrieg plausibel. Die Umweltprobleme zeigten sich langsamer.

DDT ist persistent, baut sich also nur langsam ab, und löst sich gut in Fett. Ein Tier kann deshalb im Laufe der Zeit mehr DDT im Körper ansammeln, als in einer einzelnen Mahlzeit enthalten ist. Diese Anreicherung in einem Organismus nennt man Bioakkumulation.

Die Konzentration kann weiter steigen, wenn ein Tier viele belastete Organismen frisst und anschließend selbst von einem Räuber gefressen wird. Diese Zunahme entlang einer Nahrungskette heißt Biomagnifikation.

Besonders wichtig wurde das Abbauprodukt DDE bei Vögeln. Bei empfindlichen Arten stört es die Bildung der Eierschale; die Schalen werden dünner und brechen leichter. Adler, Falken, Pelikane und andere Vögel erlitten bei hoher Belastung Fortpflanzungsverluste.

Feldbeobachtungen, Rückstandsmessungen, kontrollierte Experimente und die spätere Erholung von Populationen nach Beschränkungen verbanden diese Befunde zu einem konsistenten Bild.

DDT besitzt weiterhin einen anerkannten Nutzen im Gesundheitswesen, und internationale Regeln erlauben unter bestimmten Bedingungen einen eingeschränkten Einsatz gegen Krankheitsüberträger. Widerlegt wurde die allgemeinere Behauptung, seine Umweltwirkungen seien harmlos.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

  • DDT - A Brief History and StatusU.S. Environmental Protection Agency

    Gibt einen Überblick über den verbreiteten Einsatz, die Umweltpersistenz, ökologische Befunde und die Aufhebung der Zulassung in den USA.

Aktuelle Evidenz

Primärforschung

  • DDE-induced eggshell thinning in birdsU.S. Environmental Protection Agency

    Gibt einen Überblick über physiologische Belege, die p,p'-DDE mit Störungen der Eierschalendrüse bei empfindlichen Vogelarten verbinden.

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