Keine Tatsache mehr

Asthma ist in erster Linie eine psychische oder psychosomatische Erkrankung.

Was wir heute wissen

Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege mit wechselnder Verengung und erhöhter Reaktionsbereitschaft der Bronchien. Stress und Gefühle können Symptome beeinflussen, sind aber nicht die zugrunde liegende Ursache.

Warum sich das änderte

Psychogene und nervensystembasierte Erklärungen waren besonders bei Fällen ohne offensichtliche Allergene einflussreich. Erkenntnisse aus Atemwegsphysiologie, Immunologie, Eosinophilenforschung, Entzündungsbiologie und Therapieerfolgen zeigten Asthma als biologische Erkrankung der Atemwege.

Status
Abgelöst
Kategorie
Medizin
Akzeptiert für
≈90 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Spätes 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
1950er- bis 1990er-Jahre

Asthma kann deutlich durch Gefühle beeinflusst werden. Angst, Stress, Panik oder starke Erregung verändern die Atmung und können bei manchen Menschen Beschwerden auslösen oder verstärken. Bevor die Biologie der Atemwege gut verstanden war, machte das eine psychologische Erklärung plausibel.

Im frühen und mittleren 20. Jahrhundert gingen manche klinischen Modelle wesentlich weiter. Keuchen und Atemnot wurden als körperlicher Ausdruck emotionaler Konflikte, bestimmter Persönlichkeitsmerkmale oder anderer psychischer Prozesse interpretiert.

Atemwegsphysiologie und Immunologie verschoben den kausalen Schwerpunkt schrittweise. Forschende zeigten eine wechselnde Verengung der Bronchien, bronchiale Hyperreagibilität, allergische Signalwege, eosinophile Entzündung und strukturelle Veränderungen der Atemwege.

Auch die Wirksamkeit von Bronchodilatatoren und besonders von entzündungshemmenden Behandlungen wie inhalativen Kortikosteroiden stützte ein biologisches Krankheitsmodell.

Asthma ist dabei keine einzige einheitliche Mechanismus-Schablone. Verschiedene Betroffene können unterschiedliche Entzündungsmuster und Auslöser haben.

Psychischer Stress bleibt relevant, weil er Symptome, Therapieadhärenz sowie autonome und immunologische Prozesse beeinflussen kann. Panik oder dysfunktionale Atmung können Asthmabeschwerden zudem verstärken oder nachahmen.

Das ist etwas anderes als zu behaupten, Asthma sei eingebildet oder werde primär durch Persönlichkeit, Emotionen oder Erziehung verursacht.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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