Keine Tatsache mehr

Das Magnetfeld der Erde wird durch permanente Magnetisierung ihres eisenreichen Kerns erzeugt.

Was wir heute wissen

Das Hauptmagnetfeld der Erde entsteht durch einen Geodynamo im flüssigen äußeren Kern. Heißes, elektrisch leitfähiges Metall bewegt sich dort und erzeugt elektrische Ströme, die das Magnetfeld fortlaufend erhalten. Der Kern ist viel zu heiß, um sich wie ein gewöhnlicher permanenter Stabmagnet zu verhalten.

Warum sich das änderte

Das Erdmagnetfeld ähnelt dem eines Stabmagneten, weshalb dauerhafte Magnetisierung zunächst nahelag. Später zeigte sich, dass die Kerntemperaturen über jener Grenze liegen, oberhalb der Eisen keine gewöhnliche Dauermagnetisierung behalten kann. Gleichzeitig wies die Seismologie einen flüssigen äußeren Kern nach, und Beobachtungen zeigten, dass sich das Feld verändert und wiederholt umpolt.

Status
Widerlegt
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈269 Jahre
Ungefähr akzeptiert
17. Jahrhundert bis frühes 20. Jahrhundert
Ungefähr geändert
1910er- bis 1950er-Jahre

Das Erdmagnetfeld ähnelt grob dem Feld eines riesigen Stabmagneten. Deshalb lag die frühe Vorstellung nahe, im Inneren der Erde befinde sich ein dauerhaft magnetisierter eisenreicher Kern.

Das Problem ist die Temperatur. Gewöhnliches Eisen kann nur unterhalb einer bestimmten Schwelle dauerhaft ferromagnetisch bleiben. Diese Schwelle heißt Curie-Temperatur. Oberhalb davon zerstört die Wärmebewegung jene geordnete magnetische Ausrichtung, die für einen Dauermagneten nötig ist.

Der Erdkern ist deutlich heißer.

Auch das Verhalten des Feldes passt nicht zu einem fest vergrabenen Magneten. Stärke und Richtung verändern sich messbar mit der Zeit, und die globale magnetische Polarität der Erde hat sich in der Erdgeschichte viele Male umgekehrt.

Die Seismologie lieferte einen weiteren wichtigen Hinweis: Der äußere Erdkern ist flüssig und besteht überwiegend aus elektrisch leitfähigem Metall.

Wenn sich dieses flüssige Metall bewegt, können elektrische Ströme entstehen. Diese Ströme erzeugen wiederum Magnetfelder. Bewegung des Fluids, Konvektion und Erdrotation können den Prozess selbst aufrechterhalten. Dieser Mechanismus heißt Geodynamo.

Von weit außen betrachtet ähnelt das Erdmagnetfeld weiterhin ungefähr einem Dipol, also einem einfachen Magneten mit zwei Polen. Seine Quelle ist jedoch bewegtes leitfähiges Fluid und kein permanenter Stabmagnet im Erdzentrum.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Aktuelle Evidenz

  • Is the Earth a magnet?U.S. Geological Survey

    Erklärt, warum der heiße Kern keine permanente Magnetisierung behalten kann und stattdessen das Hauptfeld erzeugt.

  • Introduction to GeomagnetismU.S. Geological Survey

    Beschreibt den Dynamo des äußeren Kerns und Veränderungen des Erdmagnetfelds.

Frühere Auffassung

  • De MagneteChiswick Press

    William Gilberts einflussreiches Modell der magnetischen Erde behandelte den Planeten als großen Magneten.

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