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Institutionelle Überzeugung · Ecology and agriculture

Ausrottung der Spatzen

Spatzen wurden als insgesamt schädliche Agrarfeinde behandelt, deren massenhafte Ausrottung die Getreideproduktion erhöhen würde.

1 Episode

Heutiger Wissensstand

Heutiger Wissensstand

Spatzen fressen zwar Getreide, ernähren sich aber auch von Insekten und sind Teil von Nahrungsnetzen. Die großflächige Entfernung von Fressfeinden kann ökologische Kettenreaktionen auslösen, an denen die einfache Gleichung „Schädling gleich Nettoschaden“ scheitert.

Institutionelle Episode

Volksrepublik China

1958–1959Grundlage staatlicher Praxis

Während der Vier-Schädlinge-Kampagne stuften das Zentralkomitee der KPCh und der Staatsrat Spatzen in einer Anweisung vom Februar 1958 ausdrücklich als große Feinde ein, die Getreide schädigten und die Produktion behinderten. Die Massentötung reduzierte ihre Population stark; historische und ökologische Untersuchungen beschreiben anschließend Insektenausbrüche, ökologische Störungen und negative Ernteeffekte. Bis Juni 1959 waren Spatzen aus der offiziellen Liste der Vier Schädlinge gestrichen worden. Der Eintrag führt die Große Hungersnot ausdrücklich nicht allein auf die Spatzenkampagne zurück.

Institutionen

  • Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas
  • Staatsrat der Volksrepublik China

Dokumentierte Folgen

  • Wildtierausrottung
  • Agrarpolitik
  • Ökologische Störung

Institutioneller Apparat

Die institutionelle Behauptung ist hier ungewöhnlich ausdrücklich belegt. Am 12. Februar 1958 erließen das Zentralkomitee der KPCh und der Staatsrat gemeinsam die Anweisung 关于除四害讲卫生的指示, in der Ratten und Spatzen als große Feinde bezeichnet wurden, die Getreide schädigten und die Produktion behinderten. Die landesweite Umsetzung lief anschließend über den breiteren Apparat der Vier-Schädlinge- und patriotischen Gesundheitskampagne; diese regionalen und lokalen Strukturen werden als Umsetzungsapparat beschrieben und nicht als einzelne Institution ausgegeben.

Quellen und was sie belegen

Zuletzt geprüft: 23.8.2026